Volleres Haar im Herbst: Haarvitamine wie Biotin & Zink im Überblick

Volleres Haar im Herbst: Haarvitamine wie Biotin & Zink im Überblick

Viele Menschen bemerken es im Oktober und November: Auf der Bürste, im Abfluss oder auf dem Kopfkissen finden sich mehr Haare als sonst. Ein saisonaler Haarwechsel im Herbst ist ein häufig beschriebenes Phänomen und in der Regel vorübergehend. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was hinter dem verstärkten Haarwechsel in der kühlen Jahreszeit stecken kann, welche Nährstoffe nach den zugelassenen EU-Angaben zur Erhaltung normaler Haare beitragen und worauf Sie beim Kauf von Haarvitaminen achten sollten.

Warum verlieren wir im Herbst mehr Haare?

Jedes Haar durchläuft einen Zyklus aus Wachstumsphase (Anagen), Übergangsphase (Katagen) und Ruhephase (Telogen). Am Ende der Ruhephase fällt das Haar aus und ein neues wächst nach. Ein gewisser täglicher Haarwechsel ist daher völlig normal.

Im Spätsommer und Herbst gehen offenbar bei vielen Menschen mehr Haare gleichzeitig in die Ruhephase über. Diskutiert werden dafür unter anderem die Veränderung der Tageslichtlänge, die Sonneneinstrahlung der Sommermonate und ein natürlicher Jahresrhythmus, wie er auch vom Fellwechsel bei Tieren bekannt ist. Hinzu kommen Faktoren, die das Haar äußerlich strapazieren: trockene Heizungsluft, Mützen, häufiges Föhnen und Temperaturwechsel zwischen drinnen und draußen.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?

Der saisonale Haarwechsel ist meist gleichmäßig verteilt und normalisiert sich nach einigen Wochen. Wenn sich Ihr Haar über mehrere Monate deutlich verändert oder Sie sich unsicher sind, lassen Sie es ärztlich abklären. Die Gründe können vielfältig sein, etwa hormonelle Veränderungen, Stress oder eine unausgewogene Ernährung. Eine Hautärztin oder ein Hausarzt kann bei Bedarf passende Blutwerte wie Ferritin oder Zink bestimmen lassen.

Nahrungsergänzungsmittel ersetzen diese Abklärung nicht. Sie können jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn Sie Ihre Nährstoffversorgung über die Ernährung nicht ausreichend sicherstellen.

Biotin: das bekannteste Haarvitamin

Biotin (Vitamin B7, früher auch Vitamin H oder B8 genannt) ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Nach der EU-Health-Claims-Verordnung gilt: Biotin trägt zur Erhaltung normaler Haare bei. Außerdem trägt Biotin zur Erhaltung normaler Haut und normaler Schleimhäute sowie zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.

Biotin ist in vielen Lebensmitteln enthalten, etwa in Eiern, Nüssen, Haferflocken und Hülsenfrüchten. Bei ausgewogener Ernährung ist die Biotinversorgung in der Regel gut. Im Handel finden Sie Präparate mit sehr unterschiedlichen Dosierungen, von wenigen hundert Mikrogramm bis zu 10 mg pro Kapsel. Eine höhere Dosis bedeutet nicht automatisch einen größeren Nutzen.

Wichtig zu wissen: Hohe Biotinmengen können bestimmte Laboruntersuchungen verfälschen, zum Beispiel Schilddrüsen- oder Herzwerte. Informieren Sie daher vor einer Blutabnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Biotin einnehmen.

Zink und Selen: zwei Spurenelemente für Haare und Nägel

Zink trägt zur Erhaltung normaler Haare, normaler Nägel und normaler Haut bei. Zudem trägt Zink zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, was es gerade in der Herbst- und Wintersaison zu einem gefragten Mineralstoff macht. Gute Zinkquellen sind Fleisch, Käse, Haferflocken, Kürbiskerne und Linsen.

Achten Sie bei Zink auf die Dosierung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 6,5 mg Zink pro Tag vor. Viele Präparate auf dem Markt enthalten deutlich mehr. Eine dauerhaft hohe Zinkzufuhr kann die Kupferaufnahme beeinträchtigen. Besprechen Sie höher dosierte Produkte am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Selen trägt ebenfalls zur Erhaltung normaler Haare und normaler Nägel bei und trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Selen kommt unter anderem in Fisch, Eiern und Paranüssen vor. Auch hier gilt: Mehr ist nicht besser, die empfohlene Verzehrmenge sollte eingehalten werden.

Weitere Nährstoffe in Haar-Komplexen

Viele Haarvitamine kombinieren mehrere Inhaltsstoffe. Für einige davon gibt es zugelassene Angaben, die im Zusammenhang mit Haaren, Haut und Bindegewebe stehen:

  • Kupfer trägt zu einer normalen Haarpigmentierung bei.
  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
  • Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung sowie zur normalen Bildung roter Blutkörperchen bei. Eisen sollte nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt gezielt ergänzt werden.
  • Niacin und Riboflavin tragen zur Erhaltung normaler Haut bei.

Pflanzenextrakte wie Hirse, Schachtelhalm oder Brennnessel sowie Proteine wie Kollagen oder marine Proteinkomplexe sind ebenfalls häufig enthalten. Für diese Zutaten gibt es derzeit keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben in Bezug auf das Haar.

Haarpflege im Herbst: was Sie zusätzlich tun können

Neben einer ausgewogenen Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Gemüse, Vollkorn und gesunden Fetten helfen einfache Gewohnheiten, das Haar in der kalten Jahreszeit zu schonen:

  • Föhnen Sie mit mittlerer Temperatur und lassen Sie das Haar wenn möglich an der Luft antrocknen.
  • Verwenden Sie eine milde Pflege und vermeiden Sie zu heißes Wasser beim Waschen.
  • Tragen Sie Mützen, die nicht zu eng sitzen und nicht scheuern.
  • Lüften Sie regelmäßig, um sehr trockene Heizungsluft auszugleichen.
  • Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Pausen in stressigen Wochen.

Kurze Kauf-Checkliste für Haarvitamine

  • Inhaltsstoffe prüfen: Enthält das Produkt Nährstoffe mit zugelassener Angabe für die Haare, etwa Biotin, Zink oder Selen?
  • Dosierung vergleichen: Wie viel Zink, Selen und Biotin liefert die Tagesportion? Berücksichtigen Sie auch andere Präparate, die Sie bereits einnehmen, um Doppelungen zu vermeiden.
  • Darreichungsform wählen: Kapseln, Tabletten, Gummies oder Pulver – entscheidend ist, was Sie regelmäßig einnehmen können.
  • Zusatzstoffe beachten: Bei Gummies auf Zucker und Süßungsmittel achten, bei veganer Ernährung auf die Kapselhülle.
  • Geduld einplanen: Haare wachsen langsam. Bewerten Sie Ihre Haarpflege-Routine über mehrere Monate, nicht über wenige Tage.
  • Ärztlichen Rat einholen: In der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Einnahme von Arzneimitteln oder bei gesundheitlichen Besonderheiten sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.

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